KI als Werkzeug verstehen
Warum viele generierte Werbemittel austauschbar wirken
KI kann heute in Sekunden Werbemotive produzieren – aber warum sehen so viele davon gleich aus? Wir zeigen, was passiert, wenn Prompt statt Strategie das Ergebnis bestimmt, und was wir aus unzähligen Testläufen für den Einsatz von KI als Werkzeug statt Autopilot gelernt haben.
Wer regelmäßig Social-Media-Feeds durchscrollt, muss kein Experte sein, um Instagram-Posts auf den ersten Blick als KI-generiert zu erkennen. Nicht unbedingt, weil sie handwerklich schlecht oder inhaltlich falsch, sondern weil sie austauschbar sind – ein Bild, das genauso gut für ein anderes Unternehmen, ein anderes Produkt, eine andere Botschaft stehen könnte. In diesem Beitrag wollen wir einordnen, woran das liegt und teilen einige Learnings aus dem Storms Media Workflow mit KI-gestützter Bildgenerierung.
Zur Visualisierung haben wir einige KI-Plakate generiert. Diese Beispiele sollen zeigen, wie austauschbar Produkte oder auch Leistungen in einem rein mit KI generierten Plakat werden. Kommt Ihnen der Stil bekannt vor?
Warum viele KI-Bilder ähnlich aussehen
Bildgenerierende Modelle arbeiten auf Basis riesiger Trainingsdatenmengen. Ohne gezielte Steuerung neigen sie dazu, eine Art statistischen Durchschnitt zu erzeugen: ähnliche Kompositionen, ähnliche Lichtstimmungen, ähnliche Posen. Das erklärt den oft beschriebenen „KI-Look" – glatt, technisch beeindruckend, aber ohne eigene Handschrift.
An sich ist das kein Fehler der Technologie. Es ist eine Eigenschaft, die man kennen und aktiv gestalten muss – ähnlich wie man auch bei einer Kamera weiß, dass der Automatikmodus selten die interessantesten Fotos liefert und dass die nachträgliche Bildbearbeitung den größten Unterschied macht.
Ein weiterer Nebeneffekt: Die KI kann schwer abschätzen, wie viel Information wirklich auf ein Werbemittel muss. Viele ihrer Plakate oder Posts sind viel zu überladen, sodass der Blick des Betrachters nicht geleitet wird. Welche Information ist am wichtigsten? Welche Information ist (an dieser Stelle) überflüssig? Wie viele Icons und Symbole braucht ein Plakat wirklich, damit Menschen es schnell und niederschwellig verstehen? Woher soll eine KI wissen, was wirklich zählt? Sie verarbeitet schließlich nur einen Prompt, egal ob dieser zu viel oder zu wenig Input gibt.
Der Unterschied zwischen „KI generiert" und „KI-gestützt"
In unserer eigenen Projektarbeit hat sich eine klare Erkenntnis herauskristallisiert: Die Qualität entsteht nicht beim ersten generierten Bild, sondern in der Iteration danach. Wer zum Beispiel bei der Bildgenerierung zwischen dem, was erhalten bleiben soll (Produkt, Markenelemente, Farbwelt) und dem, was neu entstehen darf (Setting, Hintergrund, Stimmung), sauber trennt, bekommt spürbar konsistentere und markenkonformere Ergebnisse. Um ein stringentes Markenbild zu erhalten sollte eine gezielte Nachbearbeitung ein wesentlicher Bestandteil bei der Arbeit mit KI sein.
Fehlt der richtige Input und Umgang, entstehen die austauschbaren Werbemittel, wie wir sie im Moment in unserem Social Media Feed, aber auch vermehrt im Stadtbild sehen. Um ein konstantes Markenbild zu erhalten sollte eine gezielte Nachbearbeitung ein wesentlicher Bestandteil bei der Arbeit mit KI sein.
Guidelines für generative KI-Nutzung bei Storms Media
- Strategischer Kontext zuerst, Prompt danach. Ein Bild sollte aus der Markenidentität und der Zielgruppenansprache heraus entstehen, nicht umgekehrt. Wer zuerst generiert und danach überlegt, ob es passt, produziert Zufallstreffer statt Strategie.
- Nachbearbeitung ist kein optionaler Schritt. Retusche, das Einfügen echter Markenelemente wie Logo und Typografie sowie das Feintuning von Details sind der Punkt, an dem aus einem generischen Bild ein markenkonformes Werbemittel wird.
- Prompt Engineering ist eine Kompetenz, kein Zufallsprodukt. Wie bei jedem Werkzeug entscheidet die Erfahrung im Umgang darüber, ob das Ergebnis überzeugt. Das gilt für Bildgenerierung genauso wie für gutes Texten oder Fotografie.
KI ist ein Werkzeug, kein Autopilot.
Wir zeigen, wie aus generischen Bildern markenstarke Werbemittel werden.
Fazit: Das Werkzeug ist einfach das Werkzeug.
KI ist weder die Lösung noch das Problem der aktuellen Flut an austauschbaren Werbemitteln – sie ist ein Werkzeug, dessen Ergebnis maßgeblich davon abhängt, wie es eingesetzt wird. Wer ausschliesslich KI die Kreativarbeit überlässt, wird weiterhin austauschbare Ergebnisse produzieren, die nichts mit der authentischen Vermittlung des USP, der Werte, der Identität eines Unternehmens zu tun haben. Wir bei Storms Media verstehen KI dagegen als Teil eines durchdachten kreativen Prozesses – mit klarer Strategie, iterativer Prompt-Arbeit und sorgfältiger Nachbearbeitung.
Wir legen echte Kreation in Text, Bild und Code und schaffen so unique Logos, Websites und Werbemittel, die zur Marke passen, sich von der Masse abheben und denen Zielgruppen Vertrauen schenken.
Kein Kann, sondern Muss: KI-Kennzeichnungspflicht ab August 2026
Ab dem 2. August 2026 greift Artikel 50 des EU AI Acts vollständig – und damit die Pflicht, KI-generierte oder KI-bearbeitete visuelle Inhalte entsprechend zu kennzeichnen. Betroffen sind KI-generierte oder KI-bearbeitete Bilder, Videos und Audioinhalte, die bestehenden Personen, Gegenständen, Orten, Einrichtungen oder Ereignissen ähneln und fälschlich den Eindruck erwecken können, authentisch oder wahr zu sein. Als Storms Media berücksichtigen wir dieses Thema selbstverständlich in unserer Arbeit: Wo KI-generierte Visuals in Kampagnen zum Einsatz kommen, denken wir die Kennzeichnung von Anfang an mit, sodass Sie auf der sicheren Seite sind.